Presse | 2010
Malerei in Nachbarschaft zum Pornokino
Der Westen | 10.2010
"Bochum. Kunst im Schaufenster. Der Maler Stephan Geisler malt gut sichtbar in einem Ladenlokal in der Rottstraße. Ein Atelierbesuch." mehr...
Malerei als Outing
M-Männer | 04.2010
"Malerei ist wie Tanz, bei dem die Bewegungen weit über dich und deine Körpergrenzen hinausreichen." Davon ist Stephan Geisler überzeugt. mehr...
Spieltrieb und Lust an der Malerei
Westfälische Nachrichten | 04.2010
„Es sind der Spieltrieb und die Lust an der Malerei, die mich antreiben. Alles entsteht in einem intuitiven Prozess.. mehr...
Der Mensch im Mittelpunkt
Ahlener Zeitung | 04.2010
"Betritt man das Atelier des Malers Stephan Geisler in Bergkamen, so weiß man: Hier erwartet einen Großformatiges. Kein Platz für kleinkariertes Denken und Agieren. Alles ist großzügig, einladend, offen, klar und hell." mehr...
Saisonauftakt der anderen Art
TextilWirtschaft | 03.2010
Wormland stellt in seinen Filialen Kunstwerke aus und inszeniert diese multimedial. [...] Der Bergkamener Stephan Geisler ist neu dabei. mehr...
Knallige Knaben
WAZ | 20.02.2010
Die großformatigen, knallbunten Bilder des Bergkamener Künstlers Stephan Geisler stellte das Ehepaar Radinger schon 2008 in ihrer Galerie art.ist aus. [...] "Das war die nachhaltigste Ausstellung, die wir je hatten" mehr...
Vom Mittelalter zum prall-bunten Expresionismus
Ruhr Nachichten | 20.02.2010
Größer kann ein Kontrast kaum sein: Nach [...] mittelalterlichen Faksimiles [...] zeigt die Galerie art.ist am Markt seit gestern Abend nun die großformatigen, sinnlichen, expressionistischen Gemälde des zeitgenössischen Künstlers Stephan Geisler.mehr...
Der Westen | 10.2010
Malerei in Nachbarschaft zum Pornokino
Text: Tom Thelen
Fotos: Ingo Otto | WAZ FotoPool
Bochum. Kunst im Schaufenster. Der Maler Stephan Geisler malt gut sichtbar in einem Ladenlokal in der Rottstraße. Ein Atelierbesuch.
Pornokinos, Schnellimbisse, Szenegastronomie, Kioske und andere Kleinökonomien gehören zur Nachbarschaft in der Rottstraße. Seit April bietet sich dem für Milieustudien aufgeschlossenen Flaneur aber ein interessanter Einblick. Bei der Hausnummer 21 schaut der Betrachter direkt ins Atelier von Stephan Geisler. Der Bergkamener Maler hat die Räumlichkeiten von einen Kunden offeriert bekommen und malt nun dort. Opulente Großformate und expressive Zeichnungen bestimmen das Bild in den „Schaufenstern“.
„Intensität“, ist ein Wort das im Gespräch mit dem Künstler immer wieder fällt. Sein Sujet ist hauptsächleich der Mensch, meistens: der Mann. Diese porträtiert der 1968 geborene Künstler, zumeist nach Fotostudien. Knallige Farben, ein expressiver Strich, der Duktus vereint gekonnt Abstraktion und Gegenständlichkeit. Geisler verehrt Jenny Saville und Anselm Kiefer, mag auch den Katalanen Antoni Tapies. Kunst, die den Betrachter überwältigt. Die gewünschte Intensität erreicht Geisler im Prozess des Malens, möglichst groß sollen die Formate derzeit sein. 3,20 mal 1,50 Meter sind die größten Bilder, die die Räumlichkeiten momentan füllen. Gerne malt er Bekannte, etwa den Schauspieler Alexis Schwartzmann, oft gesehen am prinz regent theater. Gerne würde er als bildender Künstler Tanztheater oder Theaterproduktionen begleiten, diese in Bildern einfangen, ihn interessieren die rein physischen Ausdrucksformen dieser Kunstdisziplinen sehr.
In Aserbaidschan
Das Arbeiten in der Rottstraße, den Blicken von Passanten ausgesetzt, inspiriert Geisler offenbar. Seine Galeristen sitzen in Frankfurt, Zürich, Berlin und Kopenhagen, er malt vis a vis zum Sexkino im Bochumer Westend. Warum? Es sind zunächst einmal pragmatische Gründe, die niedrige Miete, familiäre Nähe und ein recht niedrig gehängtes Heimatgefühl. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebietes“, sagt er, in dieser Mischung aus Ironie und wahrer Liebe, die den Künstlern zu eigen ist, die die Welt kennen und doch nicht weggegangen sind. Dabei kann er durchaus auf internationale Erfolge verweisen: so stellte er 2004 in der deutschen Botschaft in Aserbaidschan aus. Zuletzt wurde er nominiert für den Kunstpreis der dew 21 in Dortmund.
Doch er schätzt auch das kulturelle Leben in Bochum. „Hier in diesem Viertel passiert etwas“, glaubt er. Außerdem erscheine es ihm so, dass man schnell Kontakt finde. Er findet das Umfeld interessant, wer stehen bleibt, wer hineinschaut ins Fenster. Das kanadische Pärchen, das in hier zufällig entdeckte und dafür sorgte, dass er nun Kontakte nach Übersee hat, ist aber wohl die absolute Ausnahme hier am Rande der Innenstadt.
Messen und Kurse
Sein Terminplan wird bestimmt durch Messen und Kurse. Demnächst steht auf Zollverein die C.A.R. an und die „art.fair 21“ in Köln.
Bisher hat Geisler noch sein Hauptatelier in Bergkamen, die Arbeitsräume in Bochum sind für ein Jahr gemietet. Doch es gibt viele Gründe in die Rottstraße überzusiedeln.
Der Westen | 10.2010
WAZ Fotoserie
Fotos: Ingo Otto | WAZ FotoPool
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M-Männer | 04.2010
Malerei als Outing
Text: Carsten Bauhaus
Fotos: Ralf Rühmeier & www.can-vas.de
Stephan Geisler porträtiert die Männer, in die er verliebt ist.
Er würde aber auch gerne die Fußballnationalmannschaft malen
"Malerei ist wie Tanz, bei dem die Bewegungen weit über dich und deine Körpergrenzen hinausreichen." Davon ist Stephan Geisler überzeugt. Er kann sich für goße Leinwände begeistern, die er als Spielwiese einer ausgelebten Freiheit begreift, quasi als Bühne oder Dancefloor fü sich und seine Modelle: "Ein Mensch, ein zeitweise nackter oder patiell unbekleideter, kann Positionen einnehmen, gemäß seine körperlichen Konstitution, die im Betrachter die Assoziation zu einem Tier freisetzen können, einem Zweibeiner, einem Zweiflügler oder einem Vierbeiner." Jeder ist eingeladen, erste Schritte zu einem vorübergehenden Dasein als Hund oder Falke zu wagen, sich auszusprobieren und sich und seine Wirkung auf andere dabei zu beobachten. Der Schritt hin zur Natur, zum Animalischen zieht sich wie ein roter Faden durch Geislers Werk. Hunde und Fliegen sind ständige Gäste im Kosmos des Malers. Und besonders Kühe haben es ihm angetan. Sind das in seinen Augen heilige Tiere? "Nee," sagt er, "Kühe sind für mich nicht heilig, Kühe sind lustig, Kühe sind gefrässig und neugierig, dicke Wesen auf dünnen Beinen, rasend schnell auch in gefährlichen Hangsituationen, sie haben wunderschöne Augen und sind so urbequem und gemütlich! Ganz ähnlich übrigens den Hummeln, die ich auch so verehre, kleine knuddelige Geschöpfe mit winzigen Flügelchen, die rasend schnell sind. Irgendwie erinnern sie mich an die Putten der alten Meister."
Solche Charaktereigenschaften bei den menschlichen Modellen zu entdecken, sich für sie zu erwärmen und sie in Malerei zu bannen, das ist ein wesentlicher Impuls für Stephan Geisler: "Meine Modelle" sagt er, das sind Freunde, "die mich faszinieren, emotional und physisch, Schauspieler, Tänzer, Menschen, die einen guten Bezug zu ihrem Körper haben. Faszination und Verliebtsein liegen hier hin und wieder schon end beieinander. Somit ist manchmal der Bezug zu einem Modell mehr als ein beruflicher. - In welches meiner Modelle ich verliebt war beziehungsweise mit welchem ich wohlmöglich eine Beziehung hatte, behalte ich wohlweislich für mich!" Der Maler muss lachen, gerade weil er sich der Bedeutung der Emotionen für sein Werk sehr bewusst ist, das selbstverständlich genausoviel über ihn selbst verrät wie über die Dargestellten: "Im Moment bin ich leider nicht verliebt, ich wäre es aber gerne mal wieder. Aber die Liebe spielt in meiner Malerei eine große Rolle. Liebe ist die größte Inspiration, die es gibt. Auch unglücklich verliebt zu sein kann extrem viel Emotionalität freisetzen. Zudem finden sich viele Kleinigkeiten des Alltags, die kleine Wut auf Menschen und Anspielungen jeder Art sehr rasch auch in Bildern wieder. So kommt es dann zu Titel wie 'Eierdieb 1-5' oder 'Sleep well, Mr. Jürgens!'."
Steht man vor den gemalten Resultaten, möchte man eintauchen in diese vitalen Farben, die Gesichter und Gesten, hinter denen man sofort Gedanken und Haltungen spürt, auf die der Maler beim Malen genauso neugierig war wie man selbst beim Betrachten. Stephan Geisler spielt mit eigenwilligen Kontrasten, etwa zwischen Abstraktion und Naturalismus, oder auch den Dimensionen der Leinwände und der Intimität der Interaktionen, die eher für kleinere Formate bestimmt scheinen. Doch jemand, der lauthals lacht, nackt in einem Sessel, meint der Künstler, lacht noch lauter und nackter in einem Format von zwei auf drei Meter.
Wie intim die Bilder sind, wie angereichert mit persönlichen Bezügen, fällt ihm besonders auf, wenn sie die "heimische Umgebung", das Atelier, verlassen. "Manchmal sieht man seine eigenen Bilder in Austellungen hängen und erschrickt fast ein bisschen aufgrund der vielen persönlichen Ebenen. Die Leinwand ist eine wunderbare Projektionsfläche für alles, je größer, umso besser. Bei 240 mal 300 Zentimetern bin ich bereits angelangt, 400 mal 500 Zentimeter wäre der nächste Traum."
Die Lust an der Entstehung der Werke führt zu vollem Körpereinsatz. "Ich hätte gerne Tage mit 48 Stunden, ein Riesenatelier und die Möglichkeit in Material zu schwelgen!", seufzt er und breitet gleich seine nächste Idee aus: "Ich würde gerne zehn Einzelpersonen oder Paare im weitesten Sinne oder Gruppen - meinetwegen auch die Fußballnationalmannschaft - zwei, drei Tage fotografisch begleiten und sie anschließend malerisch umsetzen. Denn jede Begegnung inspiriert zu einer sehr eigenen Darstellungsform, verknüpft mit der Frage an die Betreffenden: Wie würdest du dich gerne dagestellt wissen? In welcher Form und in welchem Umfeld? Was sind deine Wünsche und Fantasien im sicheren Wissen, es wird öffentlich werden? Auf die Antworten freue ich mich schon!"
Malerei als ein Form von Outing? Porträts im ganz ursprünglichen Sinn von protrahere = hervorziehen? Vielleicht verbirgt sich hier eine schwule Komponente jenseits der offensichtlichen Inspiration durch attraktive Männer. Er selbst sieht sich dabei allerdings nicht als schwulen Künstler, sondern bestenfalls als Künstler, "der sehr gern Menschen malt und noch ein bisschen gerner Männer". Damit ist das Thema für ihn erledigt, und er verwendet seine Zeit lieber darauf, sich zu fragen, wen er wie in seinen Bildern "outen" möchte: "Wen frage ich eigentlich? Tatsächlich die Fußballnationalmannschaft - als schwuler Nichtfußballfan sicherlich eine Herausfoderung für beide Seiten! - oder Matthias Schweighöfer? Angela Merkel? Gilbert & George? Oder doch ganz unbekannte Menschen von der Straße oder ganz dicke oder oder oder."
Stephan Geisler lebt im Ruhrgebiet, findet es dort "ganz schön super" und liebt es, sich beim Bäcker oder an "seiner" Straßenbahnhaltestelle unter die Menschen zu mischen, die für ihn das Elixier seiner Kunst bleiben. Aber wie ticken diese Menschen? Wie provinziell ist Dortmund wirklich? "Als schwuler Mann lebt es sich hier wunderbar und äußerst problemlos", sagt er ohne an seiner Heimat zu kleben. " Ich fahre seit inzwischen 14 Jahren immer wieder nach Reichenhall, um dort an der Kunstakademie zu unterrichten. Das ist in jeder Beziehung erschreckenderweise immer noch tiefste Provinz. Das ginge gar nicht! Sein Ruhrgebiet dagegen hat es in diesem Jahr immerhin zur Kulturhauptstadt Europas gebracht. Das wid Stephan Geisler auskosten, bevor er sich überlegt, ob nicht auch Köln eine Option für die Zukunft wäre oder ob er es nicht vielleicht doch noch mal in Berlin versuchen sollte. Seine Bilder jedenfalls sind längst schon an vielen Orten Europas präsent.
Westfälische Nachrichten | 18.04.2010
Spieltrieb und Lust an der Malerei
Text: Frauke Rödel
KAKTuS-Ausstellung in der Burg Lüdinghausen
Lüdinghausen - „Es sind der Spieltrieb und die Lust an der Malerei, die mich antreiben. Alles entsteht in einem intuitiven Prozess. Es steht kein konkreter Inhalt im Vordergrund der Bilder oder gar der Ausstellung, sondern die Malerei als Prozess“, erklärte der Künstler Stephan Geisler aus dem Ruhrgebiet am Sonntagvormittag anlässlich seiner Ausstellungseröffnung „Der Flüsterer 2“ in der Burg Lüdinghausen.
„Als wir uns das erste Mal den Katalog ,Cows and Boys von Stephan Geisler angeschaut haben, waren wir direkt von der unglaublichen Farbvielfalt, der überdimensionalen Größe seiner Werke und der schönen Männer darauf begeistert“, betonte Silvia Hesse-Böcker vom Kulturforum KAKTuS Lüdinghausen, die gemeinsam mit Barbara Bongert die Ausstellung initiiert und organisiert hat.
Die anregend großformatigen Werke von Stephan Geisler sind voller Kontraste und es ist schwer, sich dem intensiven Spiel der Farben und der Lebendigkeit der dargestellten Menschen, die im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Geisler stehen, zu entziehen.
„Die meisten Ausstellungseinführungen sind überflüssig“, leitete der münsterische Kunsthistoriker Dr. Stephan Nonhoff seine humorvoll ironische Rede ein. „Ich möchte kein Wortgerümpel über die klaren Bilder Stephan Geislers werfen, so dass Ihnen ganz schwindelig wird. Ich könnte Ihnen von verschiedenen Kunst- und Stilrichtungen erzählen, die sich in Geislers Bildern wiederfinden, und der Wirkung und Botschaft des Malers. Doch tatsächlich würde kaum etwas davon stimmen. Der Maler malt Bilder, damit sie existieren, und wen die bloße Existenz dieser Bilder berührt, anregt oder auch einfach nur entspannt, der ist hier richtig. Wer Bilder malt, schafft eine Welt und es gibt keine Notwendigkeit, diese zu erklären.“
Die über 200 Besucher der Vernissage wurden eingeladen, mit dem Künstler in einen aktiven Diskurs zu treten: „Stephan Geisler möchte die Menschen als Betrachter ansprechen und er findet die Gespräche mit ihnen nach eigenem Bekunden ,entzückend. Der Maler möchte den Menschen, seinen freudig erregten Augenzeugen, nahekommen.“
Intensive Farben, Wortneuschöpfungen und das Spiel mit der Lebensfreude der Menschen sind genauso wie Kühe und Hunde und das Einarbeiten von bunten Stoffen mit Blumenmustern Gegenstand der Werke in der Ausstellung „Der Flüsterer2“. Mit dieser modernen Ausrichtung möchten die KAKTuS-Verantwortlichen vor allem auch jüngere Menschen ansprechen: „Wir freuen uns, diese Bilder im sonst eher konservativen Lüdinghausen ausstellen zu können.“
Im Eingangsbereich hatten die Organisatorinnen ein ansprechendes Buffet auf bunten Stoffen des Künstlers angerichtet. Die Stoffe dienen Stephan Geisler als Inspiration und werden in seine weiteren Werke eingearbeitet. „Wir möchten das starre Ausstellungskonzept durchbrechen. Die Besucher sollen die Kunst richtig erleben und in Kommunikation treten.“
Für eine lebendig interessante Atmosphäre sorgten auch die Musiker Egbert Bronstering am Saxofon und Michael Rath an der Gitarremit ihrem Beitrag zur Ausstellungseröffnung. Die Bilder werden noch bis zum 16. Mai in der Burg Lüdinghausen zu sehen sein. Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Ahlener Zeitung | 09.04.2010
Der Mensch im Mittelpunkt
Lüdinghausen - „„Betritt man das Atelier des Malers Stephan Geisler in Bergkamen, so weiß man: Hier erwartet einen Großformatiges. Kein Platz für kleinkariertes Denken und Agieren. Alles ist großzügig, einladend, offen, klar und hell.“ So haben es Barbara Bongert und Silvia Hesse-Böcker vom Kunst-Team des Kulturforums KAKTuS erlebt, als sie den Künstler in seinem Atelier besuchten.
Männerakte, Porträts, Landschaften, Kühe in voller leuchtender Farbigkeit in Riesenformaten auf Leinwand oder Holz überwältigen den Betrachter. Alles ist überdimensional, zieht den Betrachter in seinen Bann, wie geschaffen für die großen weißen Wände in den KAKTuS-Kunsträumen in der Burg Lüdinghausen, darüber war sich das Kunst-Team sofort einig. Und so verwundert es nicht, dass am kommenden Sonntag (18. April) die Ausstellung mit Werken des Bergkameners in der Burg eröffnet wird.
Die Leinwand ist eine wunderbare Projektionsfläche für alles, meint Geisler, je größer desto besser, denn: „Jemand, der lauthals lacht, nackt in einem Sessel vor der Zahlenreihe 1,2,3,4, lacht lauter und nackter in 2,20 mal 3,20 Meter.“
Sein nächster Traum bewegt sich in Dimensionen von vier mal fünf Meter, und dann könnte das Motiv durchaus auch mal die Fußballnationalmannschaft sein.
Der Mensch steht bei Stephan Geisler ganz häufig im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Nicht selten steht am Beginn der malerischen Auseinandersetzung eine persönliche Beziehung. „Meine Modelle“, sagt er, „das sind Freunde, die mich faszinieren, emotional und physisch, Schauspieler, Tänzer, Menschen, die einen guten Bezug zu ihrem Körper haben“. Zunächst begleitet Geisler seine Modelle fotografisch, oft entstehen mehrere Hundert Fotos als Grundlage für den malerischen Prozess. Steht man dann als Betrachter vor den gemalten Resultaten, taucht man unwillkürlich ein in diese vitalen, kräftigen Farben, es ist schwer, sich diesem Sog von leuchtendem Orange und Pink, Grün, Rosa und dazu kontrastierendem Schwarz zu entziehen. Ein Fest der Farben in Acrylmischtechnik, Erinnerungen an die „Neuen Wilden“ und die Pop-Art der 60er Jahre werden wach, und doch hat Geisler seinen ganz ureigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert.
In lustvoll und sinnlich gestalteten Alltagssituationen integriert Geisler in seine Bilder beispielsweise Fotos, Stoffreste, Zeichnungen in Ölkreide, Zahlen, Buchstaben und Fantasieworte wie beispielsweise „Sesselschmieger“. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis, das sich durch all seine Bilder zieht, Kontraste, die für Geislers Arbeiten charakteristisch sind. Der Betrachter geht auf eine Entdeckungsreise, in der Gegenständlichkeit und Abstraktion ohne Widerspruch nebeneinander stehen beziehungsweise miteinander verbunden sind.
Als ausgebildeter Grafik-Designer mit Diplom in Illustration bei Professor Rolf Escher, beherrscht Geisler neben seiner großflächigen Malerei ebenso kleinformatige Illustrationen auf Papier und Leinwand, von denen in der Ausstellung auch einige Arbeiten zu sehen sind.
Stephan Geisler, 1968 geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Bergkamen im Ruhrgebiet und findet es dort „<emg>ganz schön super“. Neben Tätigkeiten als Dozent und Lehrbeauftragter an verschiedenen Bildungseinrichtungen bleibt sein eigentliches Zentrum sein Atelier, in dem seine außergewöhnlich faszinierenden, riesigen Bilder entstehen. Jeder, der ihn dort erlebt, ist beeindruckt von der Schaffensfreude, der Lebensfreude, die überall deutlich spürbar ist. Zu Recht wird Stephan Geisler als ein international aufstrebender Künstler bezeichnet, dessen Bilder inzwischen in vielen Orten Europas hängen. Ab Sonntag auch in Lüdinghausen.
Die Ausstellung Stephan Geisler findet vom 18. April bis 16. Mai in den Kunsträumen des KAKTuS-Kulturforums in der Burg Lüdinghausen statt. Die Vernissage findet am Sonntag (18. April) um 11 Uhr statt. Der Künstler ist anwesend. Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Sonderführungen finden in Absprache mit Silvia Hesse-Böcker ( ' 0 25 91/55 62) statt.
TextilWirtschaft | 03.2010
Saisonaufttakt der anderen Art
Wormland stellt in seinen Filialen Kunstwerke aus
und inszeniert diese multimedial.
Wormland präsentiert zum Saisonstart großformatige Reproduktionen ausgewählter Künstler in seinen Filialen. Um diese bundesweite Kunstaktion zu bewerben, greift das Modehaus tief in die Marketing-Trickkiste. Zum Einsatz kommen Paper-Mailings, eine vierseitige Anzeigenstrecke in den Magazinen L'Officiel Hommes und GQ, ein Podcast, ein Email-Newsletter sowie eine aufwändig gestaltete Website. In den Stores sind zwei Videofilmprojekte zum Thema zu sehen. Wormland will mit den Artworks eine "positiv veränderte Wahrnehmung der Filialen erreichen". Eine weitere Motivation ist in der Historie der Firma zu finden. Gründer Theo Wormland war zu Lebzeiten ein großer Kunst-Fan. Seine Sammlung ging in eine nach ihm benannte Stiftung über. Mit den Fashion-Fotografen Ali Kepenek aus Loindon und Diana Scheunemann (New York) hat Wormland schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Bisher entwickelten die Künstler im Auftrag des Filialisten Kampagnen. Nun stellen sie ihre eigenen Werke aus. Der Bergamener Stephan Geisler ist neu dabei.
Quelle: www.wormland.de
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WAZ | 20.02.2010
Knallige Knaben
Neue Ausstellung in der Galerie art.ist
Die großformatigen, knallbunten Bilder des Bergkamener Künstlers Stephan Geisler stellte das Ehepaar Radinger schon 2008 in ihrer Galerie art.ist Am Markt 21 aus. Nun kehrt Geisler mit neuen Werken nach Castrop-Rauxel zurück. "Das war die nachhaltigste Ausstellung, die wir je hatten", sagt Winfried Radinger zur Geisler-Schau Nummer eins. Vor allem junge Leute hätten sich für die Collagen begeistert.
Wiederkehrendes Stilelement des 42-jährigen sind Stoffbahnen, die unter Acyrlmalerei hervorschimmern, dazu kommen Schriftzüge wie "Propagandaboy" oder "Aussichtssessel". Geisler spielt mit Ebene und Perspektive: alles scheint gegenständlich und zerfällt doch in zahlreiche abstrakte Elemente.
Seine Themen? Sind diesmal schön-schlanke Jungs und die Amaryllis-Blüte. Die Gemälde laden zum Suchen und Betrachten ein - und das kann mann immer wieder samstags tun, von 11 bis 13 Uhr, bis zum 30.April.
Foto: Thomas Gödde
Ruhr Nachrichten | 20.02.2010
Vom Mittelalter zum prall-bunten Expressionismus
Stephan Geisler zum zweiten Mal bei art.ist
Castrop. Größer kann ein Kontrast bei einem Ausstellungswechsel kaum sein: Nach den mittelalterlichen Faksimiles von Siegfried Loob zeigt die Galerie art.ist am Markt seit gestern Abend nun die großformatigen, sinnlichen, expressionistischen Gemälde des zeitgenössischen Künstlers Stephan Geisler.
Der 42-jährige Bergkamener Maler, der am Abend unter musikalischer Begleitung des Meinhard Siegel Trios die Vernissage feierte, ist bereits zum zweiten Mal seit 2008 im Ausstellungsraum von Gisa und Winfried Radinger zu Gast. "Die Bilder haben schon seinerzeit viele Besucher fasziniert, vor allem junge Leute" begründete Winfried Radinger gestern die rasche Wiederkehr Geislers, der bereits große Erfolge in Frankfurt und Köln, aber auch im Ausland feiern konnte. Eines der früheren Grundthemen, "cows and boys" ist inzwischen erheblich weiterentwickelt worden. Junge, muskulöse, attraktive Männer wie der "Buhmann Dreiundzwanzig", der "Propagandaboy" oder der kämpferisch aggressive Mann mit dem Titel "UU Aa aaA AAhhHh" stechen zwar allein wegen ihrer Großflächigkeit ins Auge, doch spielt auch die rote Amaryllis, unterlegt mit der dazu passenden "Echtdekoration" eine große Rolle. Geisler bevorzugt Rottöne, die scheinbare Gegenständlichkeit seiner Motive zerfällt bei näherem Hinsehen in abstrakte Collagen, bei den auch bunte Stoffe auf die Leinwand gebracht werden.
Fotos: Fabian Strelow [oben] & RuhrNachrichten/Fritsch [unten]







































