Presse | 2011


Stephan Geislers Kunst polarisiert
Dorstener Zeitung | 05.2011

"Ein Neo-Barocker Ironiker stellt aus: So bezeichnete Kunsthistoriker Georg Mallitz aus Bochum den Künstler Stephan Geisler [...] und machte mit dieser Formulierung gleichzeitig klar, dass dieser Kunstschaffende so einfach nicht einzuordnen ist." mehr...


"Der Mensch ist toll"
Westdeutsche Allgemeine | 05.2011

"Der „Eierdieb“ ist im wirklichen Leben ein Schauspieler der Domstadt Köln, auf dessen elterlichem Gehöft die Grundsteine eines sieben Tafeln umfassenden Zyklusses gelegt wurden. „Es gab dann einige Koordinationsprobleme, so dass am Ende das Huhn im Vordergrund stehen musste. Das führte zur Betitelung der Werke - die kleine Rache des Künstlers" mehr...


Kunstviertel Rottstraße [Video]
Bochumschau | 03.2011

"An der Rottstraße, normalerweise eine der Bochumer Schmuddelecken, hat sich eine spannende Kunstszene etabliert" mehr...


Großformate in der Lagerhalle
Westdeutsche Allgemein | 03.2011

"Auf insgesamt 600 Quadtratmetern stellt sich der Maler Stephan Geisler in Bochum vor. Unbekannter Raum wird Kunstort" mehr...


So spannend sind Männer
Münstersche Zeitung | 01.2011

"MÜNSTER Schöne Männer sind in die Galerie Nolte eingezogen. Sie posieren auf großformatigen Gemälden wie Popstars der Flower-Power-Zeit: halbnackt, verwegen, in kunstvollen Körperhaltungen." mehr...


Stephan Geisler: BEAUtifulLIFE
stadtgeflüster münster | 01.2010

"Die Galerie Nolte präsentiert mit Geisler einen jungen, aufstrebenden Künstler, dessen Werk mehr und mehr internationale Beachtung erfährt. mehr...



Dorstener Zeitung | 05.2011
Stephan Geislers Kunst polarisiert

Text und Bild: Ralf Pieper

Ein Neo-Barocker Ironiker stellt aus: So bezeichnete Kunsthistoriker Georg Mallitz aus Bochum den Künstler Stephan Geisler in seiner Einführungsrede zur Vernissage der Ausstellung „Eierdiebe“ und machte mit dieser Formulierung gleichzeitig klar, dass dieser Kunstschaffende so einfach nicht einzuordnen ist.

Wieder hat es die Galerie Virtuell-Visuell geschafft, dem kunstinteressierten Publikum mit diesem ungewöhnlichen Maler ein Highlight zu präsentieren. Die äußerst kraftvollen und großformatigen Arbeiten von Stephan Geisler in Acrylmischtechnik schmücken die Ausstellungsräume an der Wiesenstraße 4 bis zum 18. Juni. Auch Zeichnungen sind dort zu sehen.

Meist sind die Bilder Darstellungen männlicher Körper in ungewöhnlichen, expressiven Posen. Der Maler porträtiert gern Menschen aus seiner Umgebung, meist Schauspieler und Tänzer. Er begleitet die Personen mit der Kamera und oft bilden hunderte von Fotos die Grundlage für den malerischen Prozess.

Können, Spieltrieb und Lust

Geisler bevorzugt die Darstellung des in der Kunst klassischen Körpers. Großes handwerkliches Können, Spieltrieb und die Lust an der Kunst zeichnen seine Werke ebenso aus wie eine gehörige Portion Humor und Ironie.

Stephan Geislers Malerei ist nicht einfach zu erfassen. Ineinander verwobene Linien, sich zusammensetzende Farbflecken, die Verwendung von Stoffen und Sprühlacken, Spielereien mit Sprache und Chiffren lassen Raum für Interpretationen. Kraftvolle Farben und kontrastierendes Schwarz ziehen den Betrachter in den Bann.

Reaktionen von "schwierig" bis "überwältigend"

Gegenständliches zerfällt bei näherer Betrachtung in zahlreiche Abstraktionen. Mit jedem Blick tauchen neue Geheimnisse auf. Das Dorstener Publikum reagierte ganz unterschiedlich auf Stephan Geislers Kunst. „Schwierig“ sagten die einen, „überwältigend“ meinten die „Kunst ist nicht einfach Kunst, weil sie dort an der Wand hängt“, erklärte Georg Mallitz. „Kunst entsteht erst unter der Voraussetzung, dass sich der Betrachter öffnet.“ Wenn man sich der Malerei von Stephan Geisler öffnet, taucht man ein in eine bunte Welt voller Faszination und Anekdoten. „Stephan Geisler ist kein politischer Künstler, sondern einfach ein richtig guter Maler“, schloss Kunsthistoriker Mallitz ab.

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Der Westen [Dorsten] | 05.2011
"Der Mensch ist toll"

Text: Barbara Seppi

Dorsten. Am Freitag (13. Mai, 19 Uhr) wird in den Räumen von Virtuell-Visuell in der Wiesenstraße eine weitere hochkarätige Ausstellung eröffnet: „Eierdiebe“ des Malers Stephan Geisler aus Bergkamen.

Der „Eierdieb“ ist im wirklichen Leben ein Schauspieler der Domstadt Köln, auf dessen elterlichem Gehöft die Grundsteine eines sieben Tafeln umfassenden Zyklusses gelegt wurden. „Es gab dann einige Koordinationsprobleme, so dass am Ende das Huhn im Vordergrund stehen musste“, erklärt Geisler schmunzelnd. „Das führte zur Betitelung der Werke - die kleine Rache des Künstlers“.

Eierdieb sei aber auch einfach ein „charmantes Wort“. Worte, dies ist zu spüren, bedeuten dem Künstler ebenso viel wie Menschen. Seine großformatigen Porträts, Acryl auf Leinwand, entwickeln sich aus Fotostudien von Personen, die ihn begeistern. Tänzer, Schauspieler, aber auch Freunde, wenn sie gedankenversunken am Wegrand sitzen.

„Das Entstehen der Werke ist ein langwieriger Prozess, kann auch über Monate dauern.“ Darum arbeite er immer an mehreren Werken gleichzeitig. Sein Atelier von über 260 Quadratmetern im Bochumer Künstlerviertel an der Rottstraße erlaubt ihm dies. Durch Fotoshootings lernt er seine Modelle intensiv kennen, studiert ihre Bewegungen, spürt ihre Gefühle.

All dies fließt anschließend in die Bilder ein, die er mit verschwenderischer Farbigkeit gestaltet. Intuitiv werden alternative Materialien wie Stoffe oder eben auch Worte in die Gemälde integriert. Die Titel der Bilder, die im Entstehungsprozess reifen, werden Bestandteile der Werke selber. Experimente mit Groß-und Kleinschreibung gebären neue Wortschöpfungen, geben Raum für weitere Interpretationen und Einblicke in die Seele der dargestellten Persönlichkeiten. Der „Nymphenlocker“ hypnotisiert mit seinem fordernden Blick, „Till“ kauft gedankenverloren eine CD. „Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt, der Mensch ist toll“, so Geisler.

Etwa fünfzehn dieser großflächigen Bilder werden ab Freitag in der Galerie Virtuell-Visuell zu sehen sein. Die genaue Zahl steht noch nicht fest. „Jeder Ausstellungsraum hat sein eigenes Leben. Man muss schauen, welche Bilder hineinpassen und wo sie am besten ihre Wirkung entfalten können.“ Der „Eierdieb“ ist natürlich am Eingang positioniert, aber es gibt noch viele andere, die bis zur Eröffnung ihren Platz finden müssen.

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Bochumschau | 03.2011
Kunstviertel Rottstrasse

Jens Tampier und Patrick Lambertus

Lange Zeit wurde in Bochum das "Viertel vor Ehrenfeld" als die lässige neue Wohngegend mit tollen Läden und schicken Cafes gefeiert. Jetzt bekommen die Ehrenfelder Konkurrenz. An der Rottstraße, normalerweise eine der Bochumer Schmuddelecken, hat sich eine spannende Kunstszene etabliert, die mit immer neuen Läden und vor allen Künstlern auf sich aufmerksam macht. Das Beispiel des Malers Stephan Geisler zeigt, was an der Rottstraße derzeit so alles passiert.


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WAZ | 03.2011
Großformate in der Lagerhalle

Text: Tom Thelen | Bilder: Monika Kirsch

Auf insgesamt 600 Quadtratmetern stellt sich der Maler Stephan Geisler in Bochum vor. Unbekannter Raum wird Kunstort

Unverputzte Wände mit Wasserschäden, rostige Träger liegen frei, durch einen Riss in der Wand dringt gar Licht. Efeu hat sich bereits den Freiraum erkämpft. Dennoch wirkt die Halle in einem Hinterhof der Rottstraße imposant. Das liegt an ihrer Höhe und daran, dass sie leer ist. Und daran, dass die Kunst sie erobert hat. Stephan Geisler der seit einigen Monaten sein Atelier in der Rottstraße 21 betreibt, lädt nun zu seiner ersten großen Schau ein. Und nutzt dazu nicht nur sein zur Straße hin sichtbares 200-Quadratmeter-Atelier, sondern auch die dahinter liegende Halle, die ihm sein Vermieter zusätzlich zu Verfügung gestellt hat. "Hier könnte man sich noch einiges vorstellen, ich will mit verschiedenen Leuten darüber sprechen", kündigte er an und nannte die Kunstaktivisten des Viertels - vor allem die neue K.Gallery und auch die Stadt als Ansprechpartner.

Doch zunächst zeigt Geisler in den beiden Räumlichkeiten einen Querschnitt seiner Arbeiten der letzten Jahre. "Damit präsentiere ich mich erstmals offiziell in Bochum", sagt der Künstler, dessen Schau von der Kölner Galerie 5 präsentiert wird. Die Hochformate mit Kantenlängen von weit über zwei Metern sind rundum in der Halle angeordnet. Meist sind es figurative Darstellungen überwiegend männlicher Körper in ungewöhnlichen Posen. Stets mit kräftigem Strich belebt, expressiv im Ausdruck, der gelgenlich noch mit Schriftelementen illustriert ist. Oft sind es Portraits von Menschen in seiner Umgebung, gerne Tänzer und Schauspieler, deren Ausdrucksmittel "Körper" er in Licht und Farbe setzt. Gerne in altmeisterlicher Marnier, selten subtil. In der riesigen Halle etnfalten sie besondere Wirkung. Ein Lieblingsmodell des Malers ist der Kölner Schauspieler Alexis Schvartzman, der dem Bochumer Publikum vielleicht aus einigen Produktionen im Prinz-Regent Theater bekannt ist.

In den Räumlichkeiten vorne sind ebenfalls einige wenige Großformate ausgestellt, noch mehr lagern dort allerdings. Ein Goßteil seines Ateliers und Lagers ist von Bergkamen nach Bochum gewandert, seine Malkurse werden demnächst vor allem hier in der Rottstraße stattfinden.

Neben den Überformaten hat Geisler auch viele Zeichnungen und Studien ausgestellt. Hier zeigt er sich auch als Rolf-Escher-Schüler (bei dem er Illustration studiert hat), wenn er etwa Straßenszenen aus Venedig festhält, einer Stadt, in der er sich "wenigstens ein Mal im Jahr" aufhält. Auch kleinere schnell und expressiv hingeworfene Portraits, Studien und Akte sind zuhauf vorhanden. Alle Fromate sind bearbeitet., mit vielen Materialien wurde experimentiert, vom Foto bis zur Kugelschreiberskizze. Dem Betrachter offenbar wird ein hoch produktiver Künstler.

Mit dieser Schau sei ein Abschnitt abgeschlossen, sagt der 43-jährige, aber kein Zyklus. Als nächstes plane er runde Bilder, die Kooperation mit Tanttheaterakteuren soll intensiviert werden. Einen ersten Erfolg gibt es auch schon. "Ein Engel ist vom Himmel gefallen", freut sich eine aus Karlsruhe angereiste Sammlerin vor einem Großformat, schnell prangt ein kleiner Punkt auf dem Bild. Verkauft.

Fotos des Events
Videos des Events

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Münstersche Zeitung | 01.2011
So spannend sind Männer

Text: Manuel Jennen

MÜNSTER Schöne Männer sind in die Galerie Nolte eingezogen. Sie posieren auf großformatigen Gemälden wie Popstars der Flower-Power-Zeit: halbnackt, verwegen, in kunstvollen Körperhaltungen.

Der Maler Stephan Geisler hat sie mit einem Maximum an Spannung erschaffen. Faszinierend an den Bildern sind ihre verschiedenen Ebenen.
Die Körper, die Haut sind recht detailliert, mit vielen Schattierungen und genauer Beobachtung des Muskelspiels ausgeführt. Der Hintergrund ist oft viel unbestimmter, teils fließt die Farbe hier einfach in langen Tropfen hinunter wie beim Action Painting.
Andererseits schimmern hinter den Körpern aber auch zuckersüße Blumenmuster hervor. Stephan Geisler hat sie nicht etwa gemalt, sondern geblümten Stoff als Leinwand benutzt. Schließlich zieren rätselhafte Wörter aus Druck- oder Schreibschrift die Bilder.
Die Mischung aus kunstvoller Malerei und grafisch gestalteten Gebrauchsgegenständen hat einen hohen Reiz. Die Acrylbilder erinnern an Schallplattenhüllen der 70er Jahre oder rosige Parfümwerbung, entfalten auf den zweiten Blick aber viel mehr Geheimnis und Erotik.

Wilder Auftakt

Die Porträtierten existieren wirklich: „Es sind Tänzer, Schauspieler, Kampfsportler. Menschen, die ich kenne oder kennen lernen möchte“, erzählt der Maler. Am Beginn der Arbeit stehen intensive Fotosessions, dann legt der 42-Jährige in seinem Bochumer Atelier los. „Die ersten Schritte sind exzessiv“, sagt er. „Da packe ich den Pinsel erstmal an einen Besenstiel.“ Langsam verfeinern sich die Bilder. Geisler arbeitet an 15 bis 20 Gemälden parallel, der Prozess zieht sich über Wochen hin.

Galerist Michael Nolte ist begeistert von Stephan Geisler und träumt von einem großen Projekt mit dem Künstler: einem Gemälde-Zyklus über den Stierkampf, mit dem er zum Beispiel bei der Kunstmesse Arco in Madrid für Furore sorgen könnte. „Er hat die Dynamik, die man für dieses Thema braucht“, sagt Nolte.

Friedliche Kühe

Stephan Geisler hat noch nie einen Stierkampf live gesehen, will sich aber in Spanien kundig machen. Bis dahin spielt das Rind in seinem Werk eine friedlichere Rolle.
Neben den Menschenporträts sind in der Ausstellung nämlich auch einige Kuh-Gemälde zu sehen. Die Kühe stehen ruhig im Schnee oder auf der Weide, zerfließen fast bis zur Abstraktion und bilden den ruhigen Gegenpol zu den energiegeladenen Mannsbildern. Doch wer weiß, vielleicht blicken sie bald ihrem Torero ins Auge.

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stadtgeflüster münster | 01.2011
Stephan Geisler: BEAUtifulLIFE

Die Galerie Nolte präsentiert mit Geisler einen jungen, aufstrebenden Künstler, dessen Werk mehr und mehr internationale Beachtung erfährt.

Seine Kunst ist gekennzeichnet durch eine überwältigende Farbigkeit voller überschwänglicher Vitalität, eine kontrastreiche, collageartige Bildgestaltung, eine lustvolle wie sinnliche Entdeckung seiner Umwelt und ein profundes handwerkliches Können. Mit diesen vielseitigen Komponenten formuliert der Künstler eine ganz individuelle Bildsprache, die im Spiel mit persönlichen Erlebnissen, mit Widersprüchen und Klischeevorstellungen eine enorme Intensität und Emotionalität erzeugt.

In der Malerei Stephan Geislers ist alles verschwenderisch und überdimensional – nicht nur die Formate, sondern auch die Darstellungsart. Wie bei einer Nahaufnahme geht er oftmals ganz nah an seine Motive heran, so dass das Porträtierte häufig an den Rändern beschnitten ist. Einerseits überschreitet der Künstler mit dieser Herangehensweise bis zu einem gewissen Grad die Intimitätsschwelle der Dargestellten, rückt ihnen gewissermaßen auf die Pelle, um ihnen so ihre verborgenen Wünsche und Fantasien zu entlocken. Andererseits erscheinen sie uns durch die Direktheit und Prägnanz der Nahaufnahme wie Helden, die aber durch die unkonventionelle Art der Darstellung und der selbstironischen Betrachtung nie zur platten Propaganda oder zur oberflächlichen Plattitüde werden.

THEMATIK

Immer wieder steht der Mensch im Zentrum des Schaffens von Stephan Geisler. Dabei richtet sich sein Interesse auf das Verhältnis des Menschen zu sich selbst und seiner Umgebung. Sehr genau studiert Geisler die Körpersprache und das Verhalten seiner Modelle und hält diese fotografisch fest. Aus den einzelnen Bildsequenzen filtert er das Spezielle seines Gegenübers heraus. Fragen, wie sich der Porträtierte selbst sieht, wie er dargestellt werden will und – vor allem – was er von sich entblößen will, stehen bei dieser sehr persönlichen Auseinandersetzung zwischen dem interpretierenden Blick des Künstlers und der eigenen Selbstinszenierung des Modells im Vordergrund.
Die Ergebnisse aus diesem intensiven, aber auch intuitiv-prozesshaften Dialog sind sehr vielseitig. So entstehen betont lässige Haltungen aus dem alltäglichen Leben, wie ein Akt, der entspannt im Sessel vor dem Fernseher sitzt, oder einer, der gemütlich auf dem Sofa liegt. Andere Porträts wiederum stellen starke emotionale Gefühle dar, wobei zum Beispiel in dem Bild „Schrei“ auch mit Bezügen zum Comic gespielt wird. Zu diesem Themenkreis gehören aber auch instinktive Verhaltensmuster, wie die Drohgebärde des „Buhmann“. Auch entstehen ganz bestimmte, typisierte Posen, die aus der Hochglanzwelt der Werbung stammen könnten, oder – stärker verfremdet – Körperhaltungen, die – „kreaturengleich“ [Geisler] – der Tierwelt entlehnt sind; so beispielsweise in den Bildern „The first stepp to become a dog“ oder „Chimpanzee“.

Grundlegend für die Kunst Stephan Geislers ist dabei, dass in den Porträtierten immer der Wunsch nach Intimität und Authentizität durchscheint, wodurch die Bilder ihre immense Tiefe und Emotionalität erfahren. Gleichzeitig verleiht die ironische und humorvolle Sichtweise des Künstlers seinen Arbeiten eine spielerische Leichtigkeit und einen hintergründigen Witz. Sehr deutlich wird dies auch in seinen Bildern von Kühen und Hühnern, die in ihrem Habitus oft vermenschlicht erscheinen.

BILDMITTEL

Die intensive Auseinandersetzung Stephan Geislers mit seinen Modellen zeigt sich in seiner überschwänglichen Bildsprache, der er mittels eines kraftvollen, expressiven Pinselduktus und einer leuchtenden, oft knallig bunten Farbigkeit eine enorme Lebendigkeit verleiht. Weitere wichtige Gestaltungsmittel sind Collage-Techniken auf der Basis von Stoffmustern und Fotografien sowie das Einfügen von Schriftzügen. Mit deren Hilfe vereint er spannungsvoll verschiedene Realitätsebenen, bezieht abstraktes, ornamentales und gegenständliches aufeinander und mischt kunstfremde Alltagsmaterialien mit reiner Malerei. So kontrastiert die gestisch-expressive Handschrift des Künstlers mit der ornamentalen Regelhaftigkeit und der textilen Eigenschaft seiner integrierten Stofffragmente, die für Geisler neben einer puren Inspirationsquelle auch inhaltlich oder gestalterisch eingesetzt werden sowie als Zeit- und Ortsangabe fungieren können. Die konkrete räumliche Situation wird zugunsten einer abstrakten Flächigkeit aufgegeben, die sowohl Hintergrund als auch mit der figurativen Ebene verankert sein kann. Das Bild schwankt so zwischen Realität und Nicht-Realität. Doch auch mit Text operiert Stephan Geisler virtuos. Dabei zeigen die eingestreuten Schriftfetzen, die durch die willkürliche Groß- und Kleinschreibung und fehlender Worttrennungen oft schwer entzifferbar sind, eine weitere Gestaltungskomponente in seiner Kunst an. Spontan und intuitiv ins Bild gesetzt, arbeitet der Künstler zum einen mit rein kompositorischen Möglichkeiten, zum anderen beschreitet er über den Wortklang der Sprache eine neue Ebene des Verständnisses. Oftmals erscheinen dem Betrachter diese Schriftpassagen als anspielungsreiche und ironisch-witzige Kommentare, durch die die dargestellte Szene etwas von dem Spielwitz eines Comics oder Cartoons erfährt.

KURZBIOGRAPHIE

Stephan Geisler, der 1968 in Bergkamen geboren wurde, lebt als freischaffender Künstler in Bergkamen und Bochum. Nach seinem Studium bei Prof. Rolf Escher an der Fachhochschule Münster erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Dortmund. Seit 1998 lehrt er an der Reichenhaller Akademie. Im selben Jahr erhielt er auch den ersten Preis des Kunstpreises der Blesel Fine Art zur Förderung junger Kunst. 2009 wurde er für den Kunstpreis der dew21 in Dortmund nominiert. Seit vielen Jahren ist Stephan Geisler kontinuierlich regional und überregional in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten, wodurch seine Arbeiten zunehmend internationale Beachtung finden.

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